15.11.2016
Das Treffen am vergangenen Donnerstag (10.11.) hatte das Format eines "Filmclubs".
Die Teilnehmer von JugenDOrth sahen sich gemeinsam mit Diakon Artemy Noskov den Film "Der Mönch und der Dämon" von Nikolai Dostal an, der beim XIV. Internationalen Orthodoxen Filmfestival "Pokrov" den ersten Platz belegte.
Die einen halten diesen Film für wahrhaft christlich und zutiefst spirituell, die anderen kritisieren ihn. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber allein die Tatsache, dass "Der Mönch und der Teufel" eine so zwiespältige Reaktion hervorgerufen hat, ist es wert, diesen Film zu sehen und seine eigenen Schlüsse zu ziehen.
Im Film leidet der Mönch Iwan unter Besessenheit - seit seiner Kindheit wird er von einem Dämon namens Legion heimgesucht, der auf jede erdenkliche Weise versucht, den Asketen vom rechten Weg abzubringen. Doch die Liebe, die Geduld und der Sinn für Humor des Mönchs, die er sich in jeder Situation bewahren kann, wenden alle Bemühungen des Dämons gegen ihn - der Kampf mit ihm führte den Mönch Iwan zur Heiligkeit und den Dämon selbst zur Korrektur. "Ich bin dein Freund! Nein, besser noch, ich bin dein eingeschworener Feind!" - sagt Legion zu Iwan. Und in der Tat, wer, wenn nicht unsere Feinde, ist für unsere Rettung am hilfreichsten? Denn sie sind es, die uns ohne Schmeichelei und Anbiederung auf unsere Schwächen hinweisen, uns helfen, Demut und Geduld zu lernen, um sie, unsere Feinde, dann zu lieben. Der Dämon Legion muss also nicht unbedingt nur als dämonisches Wesen betrachtet werden, sondern als Bild eines gewöhnlichen Menschenfeindes im üblichen Sinne.
"Der Mönch und der Teufel" ist voll von humorvollen Szenen und entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Eine humorvolle Einstellung zum Leben hilft uns zu erkennen, "dass dies wirklich nur ein Augenblick in deinem ewigen Leben ist, und dass es gelebt werden muss, indem wir nach Gott streben, uns aber nicht nur unserer Sünden und Unzulänglichkeiten, sondern auch unserer Tugenden bewusst sind.
Es sei hinzugefügt, dass "Der Mönch und der Dämon" eine wahre Fundgrube an Zitaten und geflügelten Worten ist. Zum Beispiel das Geheimnis der Ungerechtigkeit, das der Dämon dem Mönch offenbart: "Liebe nicht und du wirst nicht geliebt werden", das Gespräch zwischen dem Hegumen und dem Zaren über Straßen: "Wir brauchen überhaupt keine Straßen, und sehr schädlich. Denn es wird Straßen geben, und der Feind wird durch sie hindurchgehen und direkt in das Herz von Russland gelangen. Natürlich gibt es auch viele Zitate zu religiösen und spirituellen Themen: "Gott baut eine Kirche, aber der Teufel baut eine Kapelle", "Der Glaube hält den Menschen am Leben", "Nicht alles ist heilig, was in einem Buch eingedrückt ist".
So ist Der Mönch und der Teufel eines der wenigen Gemälde, die sich direkt mit der Gegenwart befassen und sowohl in religiöser als auch in gesellschaftspolitischer Hinsicht als wirklich aktuell und relevant angesehen werden können.
Viel Spaß beim Anschauen!
Am kommenden Donnerstag (17.11.) wird der Rektor der Dortmunder Gemeinde, Priester Vadim Abramov, einen Vortrag zum Thema "Das Christusbild im Alten Testament" halten.
Die Treffen finden in der russisch-orthodoxen Dreifaltigkeitskirche in Dortmund um 18.00 Uhr statt:
Flurstr. 39 44145 Dortmund.
Wir freuen uns darauf, Sie und Ihre Freunde zu sehen!
Orthodoxe Jugendorganisation "JugenDOrth" Dortmund.
Dieser Artikel wurde von Elena Lysova verfasst.
