Es kommt vor, dass ein Mensch zur Beichte kommt und sagt: Ich habe keine Liebe zu Gott und zu meinem Nächsten. Manchmal möchte ich sogar lachen, denn wie kann es Liebe geben in jemandem, der keine Keuschheit, keinen Gehorsam, keine Selbstbeherrschung, keine Sanftmut, keine Demut, keine Geduld, kein Gebet hat. Es ist einfach unvernünftig, es zu wagen, so über uns zu denken, denn wir sind alle Sünder. Dass wir die Liebe nicht haben, ist eine Tatsache in unserem Leben, aber wir müssen uns bemühen, sie zu erlangen. Wie ist das möglich? Nur indem wir den Geist Gottes empfangen, denn er lehrt die Liebe.
Die Liebe ist die Gesamtheit aller Vollkommenheiten, sie ist Reinheit der Seele, Keuschheit, Sanftmut, vollkommene und tiefe Demut. Die Liebe ist absolute Zornlosigkeit, Lieblosigkeit, Unnachsichtigkeit, Unversöhnlichkeit, sie ist obligatorische und unmittelbare Vergebung. Der Herr sagte: "Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden."
Und wenn es uns nach einem gerechten Leben dürstet, wenn wir die Unreinheit in uns sehen, ständig dagegen ankämpfen, ihr in all ihren Erscheinungsformen widerstehen, ständig gegen unseren Zorn, unsere Gereiztheit, unsere Wut, unseren Neid und andere Sünden kämpfen, dann wird unsere Seele durch die Gnade Gottes gewaschen werden. Gott, der unser Verlangen sieht, wird uns Gnade geben, die uns läutert, und allmählich werden wir anfangen, uns zu verwandeln. Dies ist ein sehr langer und schwieriger Prozess, bei dem uns der Herr helfen wird.
Erzpriester Demetrius Smirnow
