Metropolit Anthony Surozhsky.
"Eintritt in den Tempel der heiligen Jungfrau Maria: Wer darf das Allerheiligste betreten?"
"Es gibt Feste und auch Ikonen, die uns von einem inneren Ereignis erzählen, auch wenn ihr historischer Hintergrund nicht klar ist. Ein solches Fest ist das Fest der Darstellung der Jungfrau Maria im Tempel.
Dass dieses Ereignis im antiken Jerusalem tatsächlich stattgefunden hat, ist historisch gesehen kaum möglich; aber es informiert uns über etwas Bedeutsameres, Wichtigeres über die Mutter Gottes....
Dies ist der Tag, an dem die Heilige Jungfrau, die jene frühe Reife erlangt hatte, die ein Kind fähig macht, die geheimnisvolle Berührung der Gnade persönlich zu erfahren, persönlich wahrzunehmen und darauf zu antworten, als sie dieses Alter erreicht hatte, wirklich in das Allerheiligste eintrat - nicht in das materielle Allerheiligste des Tempels, sondern in jene Tiefe der Gottesgemeinschaft, die der Tempel historisch darstellte.
Und mit welcher Ehrfurcht sollten wir im liturgischen Buch die Worte lesen, die mit solcher Zärtlichkeit, mit solcher Tiefe Joachim und Anna zugeschrieben werden: Kind, geh! Und sei für Ihn, der dir alles gegeben hat, eine Erhöhung und ein süßer Geschmack! Tritt ein in den Bereich, wo es keine Tür gibt; lerne die Geheimnisse und bereite dich darauf vor, die Wohnung Gottes selbst zu werden... Wie wunderbar, dass eine Mutter, ein Vater solche Worte an ein Kind richten kann ....
So interpretieren einige Kirchenväter und der heilige Theophanes die Bedeutung dieses Eintritts der Mutter Gottes in den Tempel, in das Allerheiligste. Unberührt von der Sünde, durch nichts verunreinigt, sondern bereits fähig, mit reinem Herzen, nicht verunreinigt durch das Fleisch, nicht getrübt durch den Verstand, auf die Heiligkeit, die Herrlichkeit, das Wunder Gottes zu antworten, wird das dreijährige Kind in diese Tiefen der betenden, kontemplativen Gemeinschaft gesandt.
Ja, am Tag dieses Festes wird uns zwar dieses wunderbare Ereignis offenbart, der Beginn dieses Wachstums, aber es gibt uns auch ein Bild davon, wozu wir berufen sind, wohin der Herr uns ruft: in das Allerheiligste. Ja - wir sind verunreinigt; ja - unser Verstand ist getrübt; ja - unsere Herzen sind unrein; ja - unser Leben ist verkehrt, unwürdig für Gott. Aber allen steht die Buße zur Verfügung, die uns in Geist, Fleisch und Herz reinigen, unseren Willen gerade rücken, unser ganzes Leben in Ordnung bringen kann, so dass wir in das Allerheiligste eintreten können.
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Das Foto oben ist aus unserem Archiv. Hier ist ein Artikel über ein Gespräch mit Metropolit Anthony Surozhsky während unserer Pilgerreise nach England.
Treffen - Gespräch mit Metropolit Anthony Surozhsky am 20. Februar 2000
