Die Gottesdienste der Großen Fastenzeit haben begonnen. Die Orthodoxen versuchen immer, diese Gottesdienste nicht zu verpassen, die eine erstaunliche Wirkung auf die Seele haben. In den ersten vier Tagen der Fastenzeit wird am Abend der große Bußkanon des Heiligen Andreas von Kreta gelesen. Wenn wir den Worten des Kanons lauschen, ist es, als würden wir das Leben der ganzen Welt neu erleben und es mit unserem eigenen Leben in Verbindung bringen. Aus der Tiefe der Seele, aus der Tiefe des Falls, erhebt sich eine reuevolle, weinende Stimme: "Erbarme dich meiner, o Gott, erbarme dich meiner!"
Heute Morgen im Gottesdienst ruft uns die Kirche in den Hymnen auf:
"Komm. Lasst uns treu alle Bosheit des Feindes abwehren. Lassen wir uns nicht von der Süße der Leidenschaften versengen und fürchten wir nicht das Feuer der Versuchung, durch das uns Christus, der barmherzige Christus, mit der Ehre der Geduld krönt. Darum beten wir mit Kühnheit, wir fallen nieder und bitten um Frieden und um große Barmherzigkeit für unsere Seelen.
(Stichira für Montag der 1. Woche der Großen Fastenzeit).
(Lasst uns mit Eifer kommen und die starke Waffe des Fastens wie einen Schild halten und alle List des Bösen abwehren, ihr Gläubigen. Lassen wir uns nicht von der Wollust versengen, fürchten wir uns nicht vor feurigen Versuchungen, für deren Ertragen der barmherzige Christus uns mit Ehren krönen wird. Und deshalb fallen wir mit kühnem Gebet zu ihm nieder, schreien und bitten um Frieden und große Barmherzigkeit für unsere Seelen).
"Das Fasten ist die Entfremdung vom Bösen, die Enthaltsamkeit der Zunge, das Ablegen des Zorns, die Bannung der Begierden, die Sprachlosigkeit, das Lügen und Fluchen. Das wahre Fasten ist die Abwesenheit dieser Dinge.
(Strophe für den Montag der 1. Woche der Großen Fastenzeit.)
Ein solches Fasten ist die Vermeidung von Bosheit, die Enthaltsamkeit der Zunge, die Beseitigung des Zorns, die Beendigung von Lust, Verleumdung, Lüge und Fluchen. Die Erfüllung all dieser Dinge ist wahres Fasten).
