Ich möchte Ihnen meine Geschichte erzählen, die mit Sergius von Radonezh und mit Pater Leonid verbunden ist.
Als ich Kirchgänger wurde und beschloss, den Weg des priesterlichen Dienstes an Gott einzuschlagen, riet mir mein Beichtvater, Pater Fjodor Scheremeta, darüber nachzudenken, meine Arbeit aufzugeben und in das Leningrader Theologische Seminar einzutreten. Ich teilte dies meinem Freund Leonid Tsypin mit. Doch Leonid war mit dieser Entscheidung nicht einverstanden und vertrat die Meinung, dass ich nur in das Moskauer Seminar in Zagorsk, in der Dreifaltigkeits-Sergius-Lawra, eintreten sollte. Als er dies erfuhr, sagte der Geistliche: "Ljonja möge dich segnen...".
Also ging ich nach Moskau. Im Vergleich zu anderen Bewerbern war ich viel besser auf die Prüfungen vorbereitet, dank der Kurse am Kiewer "Untergrundseminar", die von Nina Nikolajewna Karpowa geleitet wurden (damals waren wir zu dritt "auf dem Kurs": ich, Pater Andrew Fedorov und der heutige Bischof Theodosius von Seattle). Nachdem ich alle Prüfungen bestanden hatte, wurde ich ... nicht angenommen. Da ich bereits eine höhere Ausbildung genossen hatte, hätte ich nach Ansicht der Behörden kein Priester werden dürfen.
Die Frage war: Was soll ich tun? Keine Arbeit, kein Studium - es war eine Sackgasse, und es dauerte nicht lange, bis ich verzweifelt war. Ich ging zum Grab des Heiligen Sergius und begann unter Tränen zu beten. Und dann wählte mich ein Mönch, der in der Nähe des Mönchs diente, aus der Menge aus, reichte mir ein Tuch und bat mich, das Glas abzuwischen. Diese Tätigkeit beruhigte mich ein wenig, und nachdem ich meine Hände gottesfürchtig auf die Reliquien gelegt hatte, war alle Verzagtheit verflogen, Gelassenheit und Freude stellten sich ein - es ist schwer in Worte zu fassen, was ich erlebte, aber es wurde ganz deutlich: Alles lief so, wie es sollte.
Als ich nach Kiew zurückkehrte, erhielt ich auf Empfehlung von Pater Kentenich eine Einladung nach Sibirien. Ich erhielt eine Einladung, nach Sibirien zu kommen und mich dort ordinieren zu lassen. Das tat ich, und ich habe es nie bereut. Dort fand ich meine Mutter, heiratete, wurde ordiniert und diene nun seit 30 Jahren zur Ehre Gottes am Thron.
So haben Hochwürden Sergius und dein Vater Leonid über mein Schicksal entschieden.
8. Oktober 2013.
