Synaxarion für die Woche des Verlorenen Sohnes
Gedichte:
Wer, wie ich, ein verlorener Sohn ist, - wage es, zu gehen:
Denn die Tür der göttlichen Gnade steht allen offen.
An diesem Tag feiern wir die Rückkehr des verlorenen Sohnes, den die göttlichen Väter aus folgendem Grund an die zweite Stelle des Triodions gesetzt haben.
Da einige viele Ungerechtigkeiten hinter sich wissen, von Jugend an verschwenderisch leben, ihre Zeit müßig verbringen, in Trunkenheit und Unreinheit, und so in die Tiefen der Schlechtigkeit fallen, kommen sie zum Verzweiflung, die das Ergebnis von Stolz ist. Deshalb wollen sie nicht zur Korrektur übergehen und machen (als Entschuldigung) die Gefangenschaft zu einem Übel, das sie in ein noch größeres Übel fallen lässt.
Die heiligen Väter, die auch solchen Menschen ihre väterliche Menschlichkeit zeigen und sie vor der Verzweiflung bewahren wollen, bieten hier nach dem ersten Gleichnis dieses an, indem sie diese Leidenschaft an der Wurzel ausreißen und sie zur Erlangung der Tugend erheben, indem sie denen, die viel gesündigt haben, den verlorenen Kindern, die gnädige Barmherzigkeit Gottes offenbaren und durch dieses Gleichnis Christi zeigen, dass es keine Sünden gibt, die seine Menschlichkeit übertreffen können.
Die beiden Söhne des Menschen, das heißt des Gottmenschen des Wortes, sind also der Gerechte und der Sünder. Der Ältere ist derjenige, der immer in der Erfüllung der Gebote Gottes und in seiner Gnade bleibt und niemals von ihm abweicht. Der Jüngere aber ist derjenige, der die Sünde liebte und durch schändliche Taten von Gott abfiel, und durch die Sünde erschöpfte er Gottes Liebe zu den Menschen, indem er ein Leben der Unzucht führte. Er hielt die Keuschheit nicht ein, gehorchte dem bösen Dämon und versklavte seinen Willen durch Wollust, konnte aber das Verlangen nicht stillen. Denn die Sünde, die durch die Gewohnheit des vorübergehenden Vergnügens angestachelt wird, ist unersättlich, und der Herr vergleicht sie in dem Gleichnis mit den Hörnern - der Nahrung der Schweine, denn die Hörner scheinen zuerst süß zu sein, aber danach sind sie hart und rau, wie Unkraut; so ist die Sünde.
Schließlich kehrt der verlorene Sohn, nachdem er zur Vernunft gekommen ist, sterbend an der Hungersnot der Tugend zum Vater zurück mit den Worten: Vater, ich habe gegen den Himmel und vor Dir gesündigt und bin nicht mehr würdig, Dein Sohn genannt zu werden (Lk 15,8). Doch der Vater nimmt den Reumütigen ohne Vorwürfe mit offenen Armen auf und zeigt ihm göttliche und väterliche Liebe. Er gibt ihm ein Gewand, d.h. die Heilige Taufe, Siegel und Verlobung - die Gnade des Heiligen Geistes, und auch Stiefel, damit fortan die Schlangen und Skorpione ihm nicht mehr die Füße zertreten, sondern im Gegenteil, sie selbst ihnen den Kopf zertreten. Dann schlachtet der Vater um seinetwillen mit größter Freude ein gemästetes Kalb, seinen einzigen Sohn, und gibt ihm die Gemeinschaft mit seinem Fleisch und Blut.
Als wäre er von der unendlichen Barmherzigkeit des Vaters überrascht, bringt der älteste Sohn seine ganze Empörung zum Ausdruck. Aber der Barmherzige bringt auch ihn zum Schweigen, indem er ihn mit ruhigen, sanften und wohlwollenden Worten einlädt und sagt: "Du bist immer bei mir, und du hättest ein Festmahl mit dem Vater teilen und dich freuen sollen, denn dieser mein Sohn war früher tot in der Sünde, - und ist zum Leben gekommen, indem er seine rücksichtslosen Taten bereut hat; er war verloren, durch die Gewohnheit der Sünde von mir entfernt, - und ist von mir gefunden worden, der in seiner Barmherzigkeit (für ihn) gelitten hat und der ihn in seiner Gnade gerufen hat.Lk. 15, 31-32).
Dieses Gleichnis ist sowohl auf das jüdische Volk als auch auf uns anwendbar. Aus diesem Grund wurde es von den heiligen Vätern hierher gestellt, das, wie bereits gesagt, die Verzweiflung und die Unentschlossenheit, ein gutes Leben zu beginnen, beseitigt, die Reue und die Bekehrung des Sünders wie des Verlorenen lehrt. Denn die Reue ist die beste Waffe und starke Hilfe gegen die Pfeile der Dämonen.
O Christus, unser Gott, nach deiner unaussprechlichen Menschlichkeit, erbarme dich unser. Amen.
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Am Samstagmorgen, dem 27. Februar, wurde die Göttliche Liturgie in der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit gefeiert. Ihm zur Seite stand Hieromonk Raphael aus Kiew, der sich zu Studienzwecken vorübergehend in Deutschland aufhält.
Am Abend vor der Allnächtlichen Vigil wurde ein Gedenkgottesdienst abgehalten.
Am Sonntag, dem 28. Februar, fand die Göttliche Liturgie ebenfalls in unserer Kirche statt. Der Jugendchor unter der Leitung von Matuschka Elena Abramova sang wunderschön. Am Ende des Gottesdienstes beglückwünschte der Rektor Pfr. Vadim Abramov den Geburtstagskindern der Woche gratuliert und ihnen die traditionellen gebackenen Tauben überreicht.
Pater Raphael wurde vom Rektor für seine Hilfe bei den Gottesdiensten am Samstag und Sonntag gedankt
Das Gleichnis vom verlorenen Sohn.
- Fotoalbum: Liturgie in der Kirche am 28. Februar.
