In der 7. Pfingstwoche, dem Gedenktag der Myrrheträgerin Maria Magdalena, feierte Priester Nicholas Poveshchenko die Göttliche Liturgie in der Dreifaltigkeitskirche in Dortmund.
In der Bittlitanei wurde für die Einheit der orthodoxen Kirche und die Bewahrung der Kirche vor Spaltungen und Schismen gebetet. Es wurde ein Gebet für den Frieden in der Ukraine verlesen.
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Am Ende der Liturgie gratulierte Pfr. Nikolaus gratulierte den Geburtstagskindern der Woche und überreichte ihnen "Geburtstagsvögel" (Foto).
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Erzpastorales Sonntagswort
"Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Wir alle, Brüder und Schwestern, wissen, dass der Mensch in dieser Welt Glück und Zufriedenheit sucht, er sucht beharrlich und ausdauernd, aber er findet kein dauerhaftes Glück und keine Zufriedenheit. Mehr und mehr erwirbt der Mensch Wissen, verbessert die Formen seines Seins, gewinnt mehr Macht über die Natur. Aber gleichzeitig entwickelt sich das Böse, das in der menschlichen Natur lebt, mit großer Kraft und zeigt sich in der Verderbnis der Sitten.
Es ist fast unmöglich, mit den neuen Entdeckungen in allen Bereichen des menschlichen Lebens Schritt zu halten. Die Menschen fragen sich fassungslos: Was muss noch getan werden, um dem Menschen das Leben zu erleichtern und Wohlbefinden zu schaffen? Aber gibt es heute mehr Glück auf der Erde? Sind Armut und Krankheiten zurückgegangen, ist das Leben leichter und freudiger geworden, ist der Kummer verschwunden? Es ist für jeden offensichtlich: Nein. Die geschaffenen Annehmlichkeiten des Lebens haben nur dem Ego, dem Stolz, der Gier, dem Luxus, der Faulheit und der Ausschweifung Raum gegeben. Und deshalb ist der Kummer nicht nur nicht geringer geworden, sondern hat sich sogar noch vervielfacht.
Gibt es kein Glück auf Erden? Doch, Brüder und Schwestern, aber nicht in den Gesetzen der Welt. Die Welt vergeht, aber über der Welt lebt Gott ewig mit seinen Gesetzen der ewigen Heiligkeit, Wahrheit und Liebe. Gott ist nicht weltabgewandt, sondern offenbart sich der Welt als ihr Schöpfer und Erlöser. In Gott ist das Geheimnis des menschlichen Glücks gelöst. Die Welt schenkt kein dauerhaftes Glück, aber das bedeutet nicht, dass es in der Welt kein Glück gibt. Es gibt Glück, aber es ist nicht die Welt, die es schenkt, sondern Gott. Die Welt kann dem Menschen kein dauerhaftes Glück schenken, weil sie "im Bösen liegt" (Psalm 15,11). Sie bringt Ungerechtigkeit, Betrug und Täuschung ins Leben, sät Feindschaft zwischen den Menschen und in der menschlichen Seele Gewissensbisse und Angstzustände. Gott verlangt die Herrschaft des Geistes über die Leidenschaften des Fleisches. Er will Reinheit, Heiligkeit, Wahrheit, Liebe, mit einem Wort, das, was wir gut nennen. Dieses Gute, als Gebot Gottes, als ewiger Anfang des göttlichen Lebens selbst, ist die Quelle des menschlichen Glücks.
Wenn die Menschen versuchten, die Regeln Gottes in ihrem Leben umzusetzen, wenn die Bedürfnisse des Geistes über das Fleisch siegten, die Wahrheit Gottes über die Ungerechtigkeit, die Liebe zu Gott und zum Nächsten über die Eigenliebe, dann kam die Menschheit dem ersehnten Glück näher. Erinnern wir uns wenigstens an das jüdische Volk, an sein glückliches oder unglückliches Schicksal, je nachdem, ob es Gott diente oder von ihm abwich. Die Wahrheit Gottes ist für alle dieselbe.
Wenn wir also, liebe Brüder und Schwestern, wirklich glücklich sein wollen, müssen wir vor allem gottesfürchtig sein, das heißt, eifrig alles tun, was gut und heilig ist. "Gottseligkeit ist zu allem nützlich und verheißt das gegenwärtige und zukünftige Leben" (1 Tim 4,8). Pflegen wir in uns den Geist der Frömmigkeit, der uns dazu drängt, alles zu tun, was unser Heiland uns geboten hat. Erfüllen wir in Geduld unser christliches Werk, das dem Asketen das wahre Glück schenkt - den ewigen Aufenthalt bei Gott im Himmelreich. Amen."
Erzbischof Tichon, Administrator der deutsch-berliner Diözese.
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