Gemeinde zu Ehren der Heiligen Dreiheit zu Dortmund
Berliner Diözese der Russisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats
32. Pfingstwoche, nach Christi Geburt
32. Pfingstwoche, nach Christi Geburt
Übersetzt aus dem Russischen mit DeepL©
Alle Angaben ohne Gewähr

(Matthäus 2:13-23) Und als sie (die Weisen) weggingen, siehe, da erschien dem Josef ein Engel des Herrn im Traum und sprach: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich dir sage; denn Herodes sucht das Kind, um es zu verderben..
 Die heutige Lesung aus dem Evangelium ist sehr aufschlussreich über die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten.

  "Die Flucht Jesu Christi nach Ägypten, die er auf Geheiß des Engels des Herrn unternahm, um nicht von Herodes getötet zu werden, ist ein Beispiel, das uns auf unseren Lebenswegen leiten soll. Auch wir können auf verschiedene Weise unserem Erlöser ähnlich werden, d.h. Gefahren und Verfolgungen begegnen. Wenn wir eine Lebensgefahr oder eine Gefahr für unsere Gesundheit oder unser Wohlergehen voraussehen, sollten wir ihr nicht leichtsinnig entgegentreten. Das heilige Gesetz Gottes und die gesunde Vernunft zwingen uns, für die Erhaltung des Lebens und des Wohlergehens als Gaben Gottes zu sorgen, und verpflichten uns, die vorausgesehenen Gefahren zu vermeiden. Natürlich können unsere höheren moralischen Pflichten etwas anderes verlangen, für die der Mensch bereit ist, alles zu opfern, sogar sein eigenes Leben. Aber wenn es keine solchen Fälle gibt, dann müssen wir tun, was der Heiland getan hat - uns nicht in die Gefahr begeben, sie so weit wie möglich vermeiden und zu unserer Rettung keine außergewöhnlichen Vorsehungstaten Gottes von oben erwarten, sondern die nutzen, die in unserer Hand liegen.

Manche sagen: "Ich unterwerfe mich trotz der Gefahren dem Willen Gottes; wenn es Gott gefällt, wird er mich bewahren." Aber hatte der Sohn Gottes nicht das Mittel zu seiner Rettung vor Herodes? Selbst dann hätte er, wenn er gewollt hätte, mehr als zwölf Legionen von Engeln zu seiner Verteidigung aufbieten können, aber stattdessen bedient er sich natürlicher Mittel: Getragen von dem älteren Josef und seiner Mutter flieht er wie der letzte der Menschensöhne nach Ägypten und rettet sich so. Wir sollten also dasselbe tun. Nutzen wir die natürlichen Mittel, die uns zur Verfügung stehen, und verleiten wir den Herrn nicht dazu, zu unserer Verteidigung Wunder und Zeichen zu erwarten, die niemals unnötig verschwendet werden.

Wenn wir das nach Ägypten fliehende göttliche Kind betrachten und an die Schwierigkeiten denken, die ihm, der Mutter und dem rechtschaffenen Ältesten auf dem Weg begegnen, müssen wir einen Geist des Mutes und der Geduld annehmen. Wir müssen den Gedanken aus uns verbannen, der uns antreibt: "Wozu brauchen wir Schwierigkeiten und Mühen, wenn sie nicht in unserer Natur liegen?" Wir müssen wissen, dass derjenige, der arbeiten und dem Herrn dienen will, nach den Worten des weisen Sirach seine Seele auf die Versuchung vorbereiten muss (siehe: Sirach 2,1).

Ein wahrer Christ ist ein Kämpfer und Asket, der für seine Mühen und Taten Ruhe und Lohn erwartet, wie der Apostel Paulus sagte: "Das Auge hat das nicht gesehen, das Ohr hat es nicht gehört, und das Herz des Menschen hat es nicht erfahren" (1 Kor 2,9). Wo aber ist die Erwartung? Nicht hier auf Erden, sondern dort im Himmel. Hier - viele Trübsale für die Gerechten (Ps. 33, 20) und durch eure Geduld rettet eure Seelen (Lk. 21, 19), - sagt der Herr.

In diesem Sinne lasst auch uns mit Geduld unser Heilswerk vollbringen und auf den Führer und Vollender des Glaubens, den Herrn Jesus, blicken, der anstelle der ihm zugedachten Herrlichkeit die Flucht nach Ägypten ertrug und sich nicht um die Demütigung kümmerte und so die ganze Stufenleiter der Erniedrigung und des Leidens durchschritt und sich zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel setzte (vgl. Hebräer 12,1-2). Ihm sei die Herrlichkeit jetzt und in Ewigkeit und bis in alle Ewigkeit. Amen.

Worte für die Sonntagsevangelien - Sychiarchimandrit Kirill (Pavlov)

  * * *

Auf dem Foto: Sonntag im Tempel.

Galerie