
Unser kurzes Leben ist uns nicht gegeben worden, damit wir Orden, Medaillen und Preise erhalten, Häuser bauen und sie dann renovieren können. Nein. Wir leben nur, um selbst Christen zu werden, das heißt, um die Liebe Christi zu unserem Nächsten und zu Gott zu entwickeln. Und das muss sich natürlich auch in der christlichen Erziehung unserer Kinder ausdrücken. Und der beste Weg, die Torheit unseres Christseins zu zeigen, sind die Kinder. Die Kinder sind ein Spiegelbild des Lebens der Erwachsenen. Welche Art von Kindern, welche Art von Eltern. Denn was für Eltern, das sind die Kinder. Denn Kinder lassen sich nicht täuschen. Ein Mann betritt das Klassenzimmer, die Kinder - hoppla! - eine halbe Sekunde, schon haben sie gescannt und wissen, ob dieser Lehrer Lärm machen kann oder nicht. In einem Sekundenbruchteil. Es ist ihnen alles klar, sie denken nicht einmal nach, es passiert ihnen irgendwie, sie verstehen alles perfekt. Sie können es nicht realisieren, sie können es nicht beschreiben, aber die Tatsache, dass sie alles verstehen, ist absolut klar, und das von einem sehr jungen Alter an, noch bevor sie sprechen gelernt haben. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass wir hier stehen und unsere Kinder nicht wissen, wo sie sind und was sie tun. Denn was für Christen wir sind, unsere Kinder sind auch Christen, nur bei ihnen, weil ihre Seelen frisch, jung, nicht von der Sünde verdorben sind wie unsere, ist es mit einem großen Kontrast zu merken.
Um also zu vermeiden, dass wir jahre- oder jahrzehntelang in die Kirche gegangen sind und es nichts genützt hat, sollten wir uns ernsthaft eine solche Aufgabe stellen, damit diese Worte des Herrn endlich in unseren Köpfen ankommen, denn das ist der Anfang der Reue. Reue ist eine Änderung der Gedanken, die darin besteht, nicht zu denken, dass wir im Recht sind. Und wir denken immer, dass wir im Recht sind, und das ist ein großer Fehler. Wir haben im Grunde unseres Herzens Unrecht. Wir, die wir weit von Gott entfernt sind, haben kein Recht, über irgendetwas oder irgendjemanden zu urteilen, sondern sollten uns einzig und allein darum kümmern, die wahre christliche Frömmigkeit zu erlangen, die Liebe ist.
Erzpriester Demetrius Smirnow
