Gemeinde zu Ehren der Heiligen Dreiheit zu Dortmund
Berliner Diözese der Russisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats
Nachrichten Archiv 2009
Übersetzt aus dem Russischen mit DeepL©
Alle Angaben ohne Gewähr

Ereignisse des Jahres 2009

 

 

13. Dezember 2009 – Dortmund

Konzert des Ensembles «Sretenie»
 

In der Pfarrgemeinde fand ein Konzert des Ensembles «Sretenie» statt.

An diesem Sonntag sang das Moskauer Ensemble «Sretenie», das auf Tournee in Deutschland war, die Liturgie der Gläubigen. Nach dem Mahl gaben die Sänger im Speisesaal der Gemeinde ein für alle Interessierten offenes Weihnachtskonzert. Neben geistlichen Gesängen umfasste das Repertoire mehrere Volkslieder und zwei Weihnachtslieder – eines russisch und eines deutsch.

Das Ensemble wird in der kommenden Woche in verschiedenen Städten Deutschlands auftreten und außerdem am Gedenktag des Heiligen und Wundertäters Nikolaus in unserer Gemeinde bei der Göttlichen Liturgie singen.

4. Dezember 2009 – Dortmund

Der nächste Gottesdienst mit Erzpriester Leonid
 

Anlässlich der Rückkehr von Pater Leonid nach seiner Krankheit findet am 15. Dezember um 10.00 Uhr in unserer Kirche eine Heilige Liturgie statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

 

25. November 2009 – Dortmund

Erzbischof Longin besuchte Pater Leonid 
 

Am Mittwoch besuchte Erzbischof Longin von Klinsk, Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, Erzpriester Leonid im Krankenhaus. Am nächsten Tag wurde unser Pfarrer auf die Station verlegt.

«Ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.» (Mt 25,31) In Erfüllung dieses Gebots der Liebe und Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus besuchte Seine Eminenz Erzbischof Longin Pater Leonid und erteilte ihm seinen bischöflichen Segen. Er ermahnte den Pfarrer der Dortmunder Gemeinde, auf Gott zu vertrauen und in allem Seine göttliche Vorsehung zu preisen, und betete in der Dreifaltigkeitskirche für die Genesung des Kranken, wobei er das neue Kirchengebäude zum ersten Mal besuchte.

In Erinnerung an die geistliche Verbindung zu Pater Leonid – vor 15 Jahren weihte Bischof Longin den Erzpriester Leonid zum Diakon – wandte er sich bereits zu Beginn der Krankheit mit Worten der Unterstützung und des Trostes an Mutter Tatjana und die Angehörigen des Priesters —

«Nachdem wir soeben erfahren haben, dass Pater Leonid im Krankenhaus liegt, richten wir unsere Gebete an den Oberhirten für die Gesundheit des Paters und bitten ihn um Linderung seiner Krankheit und eine baldige Genesung.

»Wir wünschen Ihnen und allen Angehörigen von Pater Leonid Kraft und Geduld.“

 

25. November 2009 – Dortmund

Integrationskurse
 

In der Gemeinde finden Integrationskurse in deutscher Sprache statt, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanziert werden. Für Bezieher von ALG II und Sozialhilfe sind die Kurse kostenlos, die Fahrtkosten werden erstattet.

Kursdauer: 645 + 300 Stunden. Wenn Sie bereits einen 645-stündigen Kurs an einer anderen Schule absolviert haben und kein B2-Zertifikat erhalten haben, haben Sie die Möglichkeit, Ihre Ausbildung fortzusetzen. Bei erfolgreichem Bestehen der Prüfung erhalten Sie das Zertifikat Deutsch, das für den Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft erforderlich ist.

Die Annahme von Unterlagen erfolgt nach vorheriger Terminvereinbarung an der Rezeption.

Die Kurse beginnen im November. Beratung auf Russisch unter folgenden Telefonnummern:
(0651)4677616 
(0179)5579892

 

24. November 2009 – Dortmund

Das Buch von Pater Leonid ist erschienen – «Das Universum, der Kosmos, das Leben – die drei Tage der Schöpfung»
 

Das Buch stellt einen Versuch dar, einen zeitgenössischen wissenschaftlich-theologischen Kommentar zur biblischen Schöpfungsgeschichte zu verfassen. Der erste Teil des Buches widmet sich der Betrachtung sowohl antiker als auch moderner Auslegungen dieser Erzählung. Im zweiten Teil stellt der Autor seinen eigenen Ansatz vor, der eine kreative Weiterentwicklung der theologischen Ansichten der kappadokischen Väter und anderer Kirchenautoren sowie der orthodoxen Theologen des 20. Jahrhunderts – V. N. Losski, Prot. G. Florowskij, Bischof Kassian (Bezobrazov). Dieser Ansatz ermöglicht es dem Autor, das biblische Bild der Schöpfung – die Tage – als «Stufen» des Aufstiegs in das Reich Gottes – am achten Tag – neu zu betrachten.Die vom Autor entwickelte Auslegung der ersten drei Schöpfungstage erfolgt im Zusammenhang mit modernen wissenschaftlichen Konzepten zur Entstehung des Universums, des Kosmos, der Erde und des Lebens auf ihr. Neue naturwissenschaftliche Konzepte, sowohl solche, die von der Wissenschaft anerkannt sind, als auch solche, die sich noch am Horizont des wissenschaftlichen Wissens befinden, finden in dem Buch Anklang an die biblische Schöpfungsgeschichte und eröffnen unerwartete Perspektiven für deren Verständnis.Obwohl es sich um eine wissenschaftliche Studie handelt, ist das Buch in einer leicht verständlichen Sprache verfasst. Es wird nicht nur für Geistliche, Studierende theologischer Fakultäten und geistlicher Bildungseinrichtungen von Interesse sein, sondern auch für einen breiten Leserkreis, der sich für die Erschaffung der Welt und das Leben in ihr interessiert.

Das Buch kann im Pfarramt bestellt oder im Kirchenladen erworben werden.

 

22. November 2009 – Dortmund

Es fand ein Dankesgottesdienst statt
 

Am Sonntag fand nach der Göttlichen Liturgie in der Kirche ein Dankesgebet anlässlich der gesundheitlichen Besserung unseres Gemeindevorstehers, des Erzpriesters Leonid Tsypin, statt. Dies wurde am Ende des Gottesdienstes vom Diakon Vadim Abramov verkündet.

Am 19. November wurde Pater Leonid aus dem künstlichen Koma geholt, in dem er sich lange Zeit befunden hatte; wenige Tage später wurde er von der Intensivstation auf ein normales Krankenzimmer verlegt. Nach den Worten des Subdiakons Vadim kann die Genesung mehrere Wochen bis mehrere Monate dauern; daher bittet die Gemeinde der Heiligen Dreifaltigkeit alle, auch jetzt weiterhin intensiv für unseren geliebten und geschätzten Seelsorger zu beten.

Seit der Einweisung unseres Gemeindevorstehers ins Krankenhaus werden die Gottesdienste von Erzpriester Dmitri Tscherkaschin geleitet. Die administrative Verantwortung wurde vom Erzbischof von Berlin und Deutschland, Theophan, dem langjährigen Geistlichen der Gemeinde, dem Ipodiakon Vadim Abramov, übertragen. Diese Entscheidung traf Seine Exzellenz während seines Besuchs in unserer Gemeinde am 1. November, als er am Nachmittag nach dem Sonntagsgottesdienst und dem Patronatsfest in der Kirche der Heiligen Kosmas und Damian in Essen in die Gemeinde kam. An diesem Tag besuchte der Bischof auch Pater Leonid im Krankenhaus, hielt eine Gebetsandacht für die Genesung des Kranken und sprach der Familie und den Gemeindemitgliedern sein Mitgefühl aus. Seine Exzellenz ermahnte dazu, die in der Gemeinde gewachsenen Traditionen sorgfältig zu bewahren und die Gottesdienste fleißig zu besuchen.

 

1. November 2009 – Dortmund

In der Kirche gibt es einen neuen Lektor
 

Aleksej Veselow, Student am Moskauer Theologischen Seminar, wurde zum Lektor der Dreifaltigkeitskirche geweiht und zur Gemeindearbeit in eine Pfarrei entsandt.

Am Gedenktag der heiligen unentgeltlichen Ärzte Kosmas und Dominus fand in Essen ein feierlicher Gottesdienst sowie ein Gemeindefest der orthodoxen Gemeinde der Moskauer Patriarchie in Essen statt. Den Gottesdienst leitete der Erzbischof von Berlin und Deutschland, Theophan.

Während der Göttlichen Liturgie weihte Seine Hohewürdigkeit Alexei Veselov, ein Gemeindemitglied unserer Kirche und Student am Moskauer Theologischen Seminar, zum Lektor, der nach Abschluss seines Studiums am Seminar mit dem Segen von Bischof Theophan und Pater Leonid in die Gemeinde zurückgekehrt war.

 

07.06.09

Dreifaltigkeitstag. Pfingsten
 

Dank des Einsatzes unserer tatkräftigen Gemeindemitglieder war die Kirche zum Patronatsfest reich mit Grün geschmückt. Es gab keinen einzigen Winkel, keine einzige Ikone, an der nicht grüne Zweige und Blumen prangten. Der Boden erinnerte an eine Wiese mit frisch gemähtem Gras, und die Luft duftete nach verschiedenen Kräutern. Es entstand ein besonderes Gefühl von aufkeimendem neuem Leben. Die Dekoration unterstrich die Bedeutung des Festes der Heiligen Dreifaltigkeit. Denn die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel war der Beginn eines neuen Lebens – der orthodoxen Kirche. Ein neuer Garten Eden, in dem jedes Mitglied der Kirche zu einem fruchttragenden Zweig werden kann. 

 

Die festliche Atmosphäre verband sich auf wundersame Weise mit der Feier der Göttlichen Liturgie. Dort werden die Menschen, die sich in der Kirche versammelt haben, wie ein Samenkorn, das auf guten Boden fällt, zum Leben des kommenden Zeitalters erweckt und zum Leib Christi.

Den Gottesdienst hielt unser Oberhaupt, Pater Leonid. In seiner Predigt betonte er, dass der heutige Feiertag uns die Chance biete, in uns selbst ein reines Leben zu entwickeln. Dazu müssten wir unsere inneren Idole und Götzenbilder zerschlagen. Es gab sehr viele Kommunionempfänger – mehr als 220 Personen (darunter etwa hundert Kinder).

Unmittelbar nach der Liturgie fand die Vesper mit Kniungsgebeten statt, gefolgt von der traditionellen Glückwünscheüberreichung an die Gemeindemitglieder zu Geburtstagen und Namenstagen. Diesmal gratulierten wir den Elenas, von denen es in unserer Gemeinde besonders viele gibt. Und auf ihren zarten Schultern lastet eine große Arbeit: Elena ist Gemeindevorsteherin, Elena ist Haushälterin, Elena ist Lehrerin in der Sonntagsschule, zwei Elenas arbeiten im Kirchenladen, Elena im Chor, Elena ist Prophoren-Bäckerin… 

 

Nach dem festlichen Essen fand ein Konzert statt. Die Hauptakteure waren die Kinder. Unter der Leitung der Chorleiterinnen Lyudmila Geiger, Elena Abramova und Alla Zhmudenko sangen sie mehrere Lieder, begleitet von unserer unverzichtbaren Konzertmeisterin Julia Wagenblass. Es war eine große Freude, am Pfingstfest, dem Geburtstag der Kirche, die jungen Gemeindemitglieder zu hören, die den Schöpfer des Universums und Seine Güte sowie Seine Liebe zur Menschheit priesen.

Zum Abschluss überbrachten Gäste der Gemeinde der Heiligen Ersten Apostel Petrus und Paulus aus den Städten Menden und Iserlohn musikalische Grüße. Sie sangen mehrere geistliche Lieder und Volkslieder. 
 

 

19.04.09

Frohe Ostern.

 

Die Osterfeierlichkeiten begannen mit einem festlichen Nachtgottesdienst. Um Mitternacht verließen wir die Kirche, um in einer Prozession das gesamte Viertel zu durchziehen, in dem sie sich befindet. Wenn man nachts mit einem Kreuz, Ikonen und Fahnen durch ein keineswegs orthodoxes Viertel zieht und die Auferstehung Christi preist, spürt man, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Handlung handelt, sondern um ein wahres Fest des Glaubens. Denn eine Prozession ist in der heutigen Welt, und besonders in der säkularen deutschen Gesellschaft, auch eine Mission. Das Gefühl der Freude und Feierlichkeit verstärkt sich, wenn man an der Kirchentür steht und aus voller Kehle «Christus ist auferstanden» singt und dabei die überraschten Blicke der Passanten spürt. Dieses Gefühl begleitet einen durch den gesamten Gottesdienst.

Während der Ostermatutin legten die Geistlichen nacheinander die Gewänder in allen Festfarben an. Nacheinander wechseln sich die Farben Weiß, Blau, Grün und Gelb ab. Es entsteht das Gefühl einer beschleunigten Zeit, die auf einen bedeutenden Höhepunkt zusteuert. Dieser tritt ein, wenn die Geistlichen die roten Ostergewänder anlegen. Die Lesung des liturgischen Evangeliums (die ersten 17 Verse des 1. Kapitels des Johannesevangeliums) erfolgte in fünf Sprachen: Russisch, Slawisch, Deutsch, Ukrainisch und Georgisch. In dieser Lesung des Wortes Gottes in verschiedenen Sprachen, die von Prot. Alexander Schmemann als «Liturgie des Wortes» bezeichnet wurde, offenbart sich die tiefste Bedeutung. Ostern rückt näher an das nächste Fest heran – Pfingsten. Das Licht Christi erleuchtet wahrhaftig alle. Ein würdiger Abschluss des Festgottesdienstes war die Kommunion, da etwa 150 Menschen daran teilnahmen. Nach dem Gottesdienst fand die Weihe der Osterbrote statt.

Doch damit waren die Osterfeierlichkeiten noch nicht zu Ende. Um 10 Uhr morgens hielt Protopresbyter Leonid eine Mittagsmesse, an der 300 Menschen teilnahmen. Unter den Gottesdienstbesuchern befanden sich viele Mitglieder unserer Gemeinde, die in der Nacht nicht anreisen konnten. Die meisten Menschen gehörten jedoch zu denen, die nur zu Ostern in die Kirche kommen.

Nach der Weihe der Osterkörbe begann das Gemeindefest. Zunächst wurden alle unsere Gemeindemitglieder zum Osteressen eingeladen, anschließend zu einer Osteraufführung. Das Stück basierte auf einem Märchen von Georgij Judin und trug den Titel «Der Tag der Auferstehung, oder wie Makar und Agafja auf den Herrn warteten». Die Figuren dieser Aufführung konnten in den zu ihnen gekommenen Gästen ihren Herrn keineswegs erkennen. Die Grundidee des Stücks besteht darin, dass es kein Ostern ohne Nächstenliebe gibt.

 

5.04.-11.04.09.

Frühlingscamp «Das Land der Kindheit».
 

Das Lager fand im Sauerland am Ufer des Möhne-Sees statt, unweit der malerischen Kleinstadt Zoest. Für sieben Tage wurde die Ferienanlage «Wambel» zu unserem Zuhause, wo sich etwa 75 Personen versammelten. Davon waren 60 Kinder aus den Pfarreien von Dortmund, Wuppertal, Aachen, Köln, Bonn und Duisburg.

Die Struktur des Lagers war dieselbe wie bei den beiden vorangegangenen Lagern. Neben den traditionellen Bruderschaften und Schwesternschaften (für die Jüngeren, die Mittleren und die Älteren) wurden alle Kinder und Jugendlichen auf vier „Familien“ aufgeteilt. Die Zusammensetzung einer „Familie“ war in etwa wie folgt: 2 Betreuer aus der Gruppe der älteren Jugendlichen, Betreuerassistenten (ältere Brüder und Schwestern) sowie jüngere Brüder und Schwestern. Diese Struktur des Lagers war für die Kinder interessanter, da sie Kinder unterschiedlichen Alters stärker zusammenbrachte und es den älteren Jugendlichen ermöglichte, Verantwortung für die jüngeren Brüder und Schwestern zu übernehmen.

Im Lager gab es natürlich auch Erwachsene, die das Lager leiteten, den Unterricht abhielten und alle gemeinsamen Aktivitäten des Lagers organisierten. Außerdem wurde jeder Bruderschaft und Schwesternschaft ein Betreuer aus den Reihen der Erwachsenen zugewiesen. Für sie begann der Morgen um 7:30 Uhr mit dem Akathistos an die Allereheiligste Gottesmutter. Um 8:00 Uhr weckten sie das gesamte Lager. Und dann verlief der Tag nach dem festen Tagesablauf, der in den vorangegangenen Lagern ausgearbeitet worden war: Morgengymnastik, Morgengebete, Frühstück, Unterricht, Freizeit, Mittagsgebete, Mittagessen, Ruhezeit, Spiele, Abendgebete, Abendessen.

Es sei darauf hingewiesen, dass wir bestimmte Tischmanieren einhalten. Beim Frühstück sind alle zur Stille aufgerufen, beim Mittagessen zum Hören des Wortes Gottes oder einer geistlich erbaulichen Lesung. Und nur beim Abendessen ist leise Unterhaltung erlaubt. Deshalb ist das Essen für Kinder und Erwachsene in unseren Lagern eine Übung in Gehorsam.

Das Rückgrat des Lagerlebens bilden die Morgen-, Tages- und Abendgebete. Zu diesem Zweck wurde ein spezielles Lagergebetbuch erstellt. Es enthält Psalmen, einige Gebete aus dem Morgen- und Abendgebet sowie aus der Vesper und den Stundengebeten. Der Text der Gebete ist parallel in zwei Sprachen abgedruckt: Russisch und Deutsch. Das Ergebnis der gemeinsamen Gebete ist der Wunsch vieler Menschen, auch weiterhin in ihren Familien gemeinsam zu beten. Einige Eltern haben begonnen, zu Hause mit ihren Kindern nach unserem Gebetbuch zu beten.

An dieser Stelle sei auf die Veranstaltungen eingegangen, die das Lagerleben gestalten und die geistige Atmosphäre des Lagers prägen. Neben den regelmäßigen Gebeten wird seit dem Herbstlager 2008 an einem Tag der Psalter ununterbrochen gelesen. Das Psalterium wurde von den Betreuern der Bruderschaften, allen Erziehern aus den Reihen der Jugendlichen, fast allen Mitgliedern der älteren Bruderschaft und Schwesternschaft sowie einzelnen Vertretern der mittleren und jüngeren Gruppen gelesen. Der Psalter wurde in drei Sprachen gelesen, je nach Sprachkenntnissen: in slawischer, russischer und deutscher Sprache. Bei jeder «Slava» wurde für das Wohlergehen der Lagerteilnehmer und all jener gebetet, für die besonders um Gebete gebeten worden war. Alle gingen diese wichtige geistliche Aufgabe sehr verantwortungsbewusst an. Es gab niemanden, der seine Reihe beim Lesen des Psalters verschlafen oder sich davor gedrückt hätte. Selbst nachts rissen sich alle unermüdlich aus dem Schlaf, um zu Gott zu beten. Für viele war dies natürlich eine nicht geringe Leistung.

Das nächste wichtige geistliche Ereignis war die Feier der Obednitsa. Nach griechischer Tradition wurde am Ende die Kommunion (mit vorbereiteten Gaben) gespendet. In früheren Lagern wurde sogar eine vollständige Liturgie gefeiert. Unter den Bedingungen eines Ausflugs und in ungeeigneten Räumlichkeiten war dies jedoch stets mit Schwierigkeiten verbunden. Die Obednica erwies sich als die optimale Form des Gottesdienstes im Kinderlager. Aufgrund ihrer Kürze und Einfachheit ist sie für das Verständnis von Kindern geeignet. Die Bedeutung eines solchen Gottesdienstes ist enorm. Das ganze Lager wurde zu einer einheitlichen und freundschaftlichen Familie, obwohl wir in getrennten Hütten, nach Bruderschaften und Schwesternschaften, lebten.

Jeden Tag wurde den Kindern eine Aufgabe gestellt: Fenster putzen, den Müll rausbringen, ein Gebet oder Gedichte auswendig lernen und sogar das russische Alphabet. Die Kinder zogen Lose, um zu entscheiden, welche Aufgabe wem zufiel, und mussten diese im Laufe des Tages erledigen. Nach dem Abendessen musste jeder berichten, wie er seine Aufgabe erfüllt hatte.

Nach dem Frühstück und dem Aufräumen der Räume fanden für jede Altersgruppe getrennt tägliche Unterrichtseinheiten zum Wort Gottes statt. Die Unterrichtseinheiten waren vier Themen gewidmet: der Verkündigung an die Heilige Jungfrau Maria, den vierzig Märtyrern von Sebaste, der Passion Christi und dem Turiner Grabtuch. Letzteres hat die Kinder besonders bewegt, da auf dem Grabtuch alle Leiden des Herrn Jesus Christus detailliert abgebildet sind. Und die Erzählung darüber, begleitet von anschaulichen Darstellungen, konnte die Kinder und Jugendlichen nicht unberührt lassen. Man möchte glauben, dass viele von ihnen an der Pilgerreise zu dieser größten Heiligtum teilnehmen werden, die im kommenden Jahr 2010 stattfinden wird.

Der zweite Teil des Tages war für die Vorbereitung und Durchführung gemeinsamer Aktivitäten vorgesehen. Am ersten Abend fand der traditionelle Kennenlernabend statt. Obwohl dessen Ziel dasselbe war wie immer – die Teilnehmer des Lagers miteinander bekannt zu machen und zusammenzuschweißen –, hatten sich die Aufgaben, die die Gruppen zu erfüllen hatten, geändert. Wie zuvor musste jede Gruppe einen Namen und ein Motto wählen. Einige Namen waren sehr originell, zum Beispiel: «Internationale Küchlein» und «Gottes Pusteblumen». Anschließend wurden den Gruppen verschiedene Wettbewerbe angeboten: Zum Beispiel musste die ganze Gruppe gemeinsam mehrere Brötchen essen, ohne dabei auch nur einen Krümel fallen zu lassen. Die wichtigsten Voraussetzungen für alle Aufgaben waren weniger Schlauheit und Geschicklichkeit als vielmehr Freundschaft und Kameradschaft.

In den folgenden Tagen fanden zwei große Sportveranstaltungen statt: die Futsal-Meisterschaft und das Turnier «Feld der Ehre». Bei der Meisterschaft traten die Familien gegeneinander an, und die siegreiche Familie spielte gegen eine Mannschaft aus erwachsenen Lehrkräften. «Feld der Ehre» bestand aus verschiedenen sportlichen Wettkämpfen: Tauziehen, Kissenschlacht und Armdrücken. Natürlich ließ der Name der Veranstaltung vermuten, dass die Ehre doch über den Siegeswillen siegen würde, aber in der Praxis war das nicht immer der Fall. Der Wille, um jeden Preis zu gewinnen, gewann oft die Oberhand.

Eines der Höhepunkte des Ferienlagers war die Durchführung des «KVN»-Wettbewerbs. Die Aufgaben waren vielfältig: darunter lebende Bilder, kleine Sketche zu Kinderreimen und die Inszenierung des Märchens «Die gefleckte Henne» in verschiedenen Stilrichtungen. Und natürlich gab es auch eine Hausaufgabe zum Thema «Einst im Ferienlager». Alle Aufgaben haben die Kinder sehr erfolgreich gemeistert. Es war nicht nur für die Teilnehmer lustig, sondern sogar für die strenge Jury. Besonders in Erinnerung geblieben sind die Auftritte von Jewgeni Pertsev und Weniamin Statnikov, die das humorvolle „Tagebuch eines Zöglings“ vorlasen. Und der Auftritt des kreativen Duos Wjatscheslaw Lysow und Jewgeni Pronoza. Sie zeigten am Beispiel des Lebens einer kleinen Familie, dass ein Erzieher nicht nur Bizeps, sondern auch Köpfchen braucht.

Ein wichtiges Ereignis, das unsere Kinder auf das Osterfest vorbereitete, war die Durchführung eines Osterkonzerts. Unmittelbar nach dem Unterricht lernten die Familien unter der Leitung der Chorleiterin der Dortmunder Gemeinde, Ludmila Geiger, Ostergesänge zu singen. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Osterhymnen. Beim Konzert wurden diese Gesänge von jeder Familie nacheinander vorgetragen. Ljudmila Geiger brachte den Kindern auch einige nicht-liturgische Osterlieder bei. Besonders in Erinnerung geblieben ist uns das Reigenlied «Volochobnaja pesn», das uns sehr gut gefallen hat.

Am letzten Abend fand das Abschlusskonzert statt. Dort wurden zahlreiche satirische Sketche aufgeführt, die von den in unseren Lagern entstandenen Kreativgruppen vorbereitet worden waren. Doch es blieb nicht bei der Satire. Auf dem Programm standen auch spanische Gitarrenmusik sowie verschiedene geistliche und Volkslieder.

Man sollte nun nicht den Eindruck gewinnen, dass die Kinder keine Freizeit hatten. Die hatten sie natürlich. Aber die Kinder verbrachten sie hauptsächlich mit Bewegungsspielen im Freien. Und manche versuchten sich sogar im Angeln. Außerdem versammelte sich das ganze Lager an zwei Abenden nach dem Abendessen am Lagerfeuer, wo viele Lieder zur Gitarrenbegleitung gesungen wurden.

Insgesamt lässt sich sagen, dass das Lager sehr gelungen war. Die Atmosphäre dort war sowohl ernst als auch fröhlich, und vor allem war sie von Freundschaft geprägt. Alle lebten wie eine große Familie zusammen. Und überall war Gottes Gegenwart spürbar.

Galerie