Sie kennen sein Leben. Ihr wisst, dass er selbst im hohen Alter, als er nicht mehr viel sprechen konnte, vor allem eines sagte: "Liebt einander", und er wiederholte es unaufhörlich.
Wenn wir den Gott verstehen wollen, zu dem wir beten und dem wir treu sein wollen, müssen wir ihn lieben. Wenn wir unseren Nächsten - Vater, Mutter, Schwester, Bruder, Kinder, Verwandte - nicht verstehen, müssen wir ihn lieben. Wenn wir einen Menschen nicht lieben, verstehen wir ihn nicht. Wenn wir beginnen, einen Menschen zu lieben, fangen wir an, ihn zu sehen, ihn zu fühlen, und wenn wir ihn im Allgemeinen verstehen, akzeptieren wir ihn. Wenn wir ihn akzeptieren, beginnen wir zu erkennen, dass er das Recht hat, anders zu sein als wir. Und dieses Anderssein, dieses Anderssein, dieses Andere, das möglich ist, zieht uns zu dem Gedanken hin, dass wir nicht genau so sein können wie er, und er kann nicht so sein wie wir. Aber wir können lieben, und in dieser Liebe können wir eins sein.
Wenn wir diese Welt oder einige Dinge in dieser Welt verstehen wollen, können wir sie wiederum durch Liebe verstehen. Wenn wir etwas lieben, wird uns diese Sache, dieser Umstand, diese Person vollständig offenbart.
In der Tat wird die Wahrheit Gottes durch die Liebe offenbart!
"Ist es möglich, Gott zu lieben? Ist es möglich, seinen Nächsten zu lieben?" - fragen sich die Menschen der modernen Welt. Und sie sagen: "Es gibt so viele Argumente, dass es unmöglich ist, dass die Liebe in diese Welt und in unser Herz passt." Ist es leicht? - Es ist leicht für den, der zu lieben beginnt. Leicht für denjenigen, der es wagt, über seinen Egoismus hinauszugehen und beginnt, seinen Nächsten und seinen Gott zu lieben. Hinter jedem unserer Nächsten steht ein Schutzengel, der für alle Zeiten das Antlitz des himmlischen Vaters sieht (Matthäus 18,10). Und wenn man weiß, dass hinter ihm der Engel Gottes steht, erkennt man, dass hinter dem Engel der Herr selbst steht. Und einer nach dem anderen offenbart sich im Licht der Liebe - der Liebe Christi, der Liebe des Evangeliums -, dass wir von Gott für das ewige Gute, für das Himmelreich geschaffen sind. Und so werden wir, in der Wahrheit, im Glauben und in der Liebe gefestigt, zu wahren Jüngern Christi. Was hat der Herr gesagt? - "Weil ihr einander liebt, werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid" (Johannes 13,35). So sollen alle erkennen, dass wir Jünger Christi sind, obwohl wir schwach sind, obwohl wir sündigen, obwohl wir anfällig sind für alle Versuchungen und Leidenschaften, aber wir bleiben Jünger Christi und lieben mit ganzer Kraft, mit ganzem Herzen, mit ganzem Verstand Gott und den Nächsten. Amen.
Predigt von Pater Nicholas Donenko 2015.10.09_Apostel des Heiligen Johannes des Theologen.
